Galerie Steinek freut sich, die 5. Solo-Ausstellung von Olga Georgieva unter dem Titel "The first row is for you“ zu präsentieren. Der Dialog von Georgieva’s jüngsten Arbeiten und einer Auswahl aus älteren Zyklen, öffnet den Betrachtenden einen intimen Blick in ihr stark autobiographisch geprägte Kunst. Der Mensch und zwischenmenschliche Beziehung stehen sowohl förmlich als auch inhaltlich konsequent im Zentrum ihres Werkes.
Die Perspektive in den jüngsten Papierarbeiten hat sich von Menschen aus der Entfernung oder komplexer Menschenmengen auf skalierte Nähe verlagert. Mit dem Blick auf den einzelnen Menschen fokussiert – so nah, dass jeglicher Umgebungskontext verschwindet werden Momente erforscht, die wir alle erleben … wenn Gedanken abschweifen.
Der typisch rote Faden, der sich durch ihre Arbeiten zieht, steht stellvertretend für die Vernunftzone. Sie beschreibt das unsichtbare Regime, das uns unser Verstand auferlegt und bestimmt, was man darf und was man soll. Georgieva nimmt ihn aber nicht starr an, sondern fordert ihn heraus. Er wird zerschnitten, er schlängelt sich verspielt durch die Finger und zieht mal engere, mal losere Grenzen. Die „Ausweitung der Vernunftzone“ wird sichtbar.
Olga Georgieva stellt die Frage, was ein Zuhause ausmacht und was es braucht, sich zu Hause zu fühlen. Begann sie in ihrer Diplomarbeit noch mit einem ganzen Haus ("Ausweitung der Vernunftszone“, 2012), folgten später einzelne Möbelstücke wie ein Stockbett ("Distorded, twisted...this isn ́t the storybook“, 2020) , eine Treppe („Final Line,“, 2013) oder ein Tisch. Indem sie jetzt typische Alltagsgegenstände wie Stühle oder Kästen demontiert, bemalt oder Motive hineinschnitzt, bricht sie die klassischen vier Wände radikal auf. Für sie ist zu Hause dort, wo (Ver)bindung entsteht. Die Ausstellung „The first row is for you“ macht sichtbar, wie die Entstehung von Bindungen bestimmten Verhaltensmustern unterliegt und sie sprengt.
An die Seite der menschlichen Figuren treten oftmals Tiere als sensible Seismografen der Stimmungslage. Sie spiegeln die innere Situation unmittelbar wider: Bei Konflikten schreien sie den Schmerz heraus, im Einklang zeigen sie sich munter oder lächeln gar. Schildkröten, Fliegen, Wölfe (wie aus der Serie „Alfred was here“, 2022) und Möwen werden so zu emotionalen Stellvertretern.
Opening
2. Juli 2026, 18 Uhr
Ausstellungsdauer
2. Juli - 22. August 2026