PRIVACY PROPERTY PHOTOGRAPHY: PARAPHERNALIA
MATTHIAS HERRMANN
16. November bis 7 Januar 2010
Die Galerie Steinek zeigt anlässlich des Monats der Photographie neue Arbeiten des Künstlers Matthias Herrmann.
In der Ausstellung „Privacy Property Photography: Paraphernalia“ zeigt Herrmann einen neuen Werkblock, der sich auf seine photographischen Arbeiten der späten 1980er Jahre bezieht.
In einer Abkehr von den sexuell aufgeladenen Arbeiten der letzten 20 Jahre, spürt Herrmann hierbei dem Fetischcharakter der klassischen (Reise-)Photographie und dem damit verbundenen Realitätsanspruch nach.
“Ausgelöst durch die Arbeit mit den Studierenden im Rahmen meiner nun zu Ende gehenden Tätigkeit als Professor für Photographie an der Akademie habe ich wieder ein größeres Interesse an dem photographischem Prozess als solchem verspürt, gepaart mit Fragen nach einem „gelungenen“ (Einzel-)Bild ohne zwingenden bzw überdeterminierten konzeptuellem Überbau.
Im Rahmen meines Hearings für die Professur an der Akademie im Jänner 2006 hatte Peter Dressler mich nach meinem Verhältnis zum „Guten Bild“ gefragt. Ich konnte mit der Frage nicht wirklich etwas anfangen, sie hat mich jedoch seitdem beschäftigt. Auch wenn ich nach wie vor keine endgültige Antwort geben kann und mein Verhältnis zum Guten Bild immer etwas zwiespältig bleibt, so verfolge ich heute mein Interesse an – vielen – Bildern anders als zuvor. Diese neuen, meist auf Reisen entstandenen Arbeiten sind für mich persönlich mit einer größeren Privatheit aufgeladen, als die mit der offensiven Körperlichkeit operierenden Arbeiten der letzten Jahren. Dieses Verhältnis zwischen Privacy, Fetisch und Öffentlichkeit interessiert mich.“ Matthias Herrmann
Das zur Ausstellung erscheinende Buchobjekt Toscana_Dance, herausgegeben von Printed Matter/New York, ist ein weiterer Teil der Präsentation aktueller Arbeiten von Matthias Herrmann. In diesem Künstlerbuch, einem Medium, das in seinem Werk und Denken eine zentrale Stellung einnimmt und sich gleich einem roten Faden durch sein gesamtes Oeuvre zieht, geht Herrmann seiner Vergangenheit als Tänzer des Wiener Staatsopernballetts nach. Dies in bekannt konsequenter und schonungsloser Auslotung photographischer Selbstdarstellung im Spannungsfeld von Privacy, Property, Photography, Paraphernalia.
Matthias Herrmann, Abandoned Hospital for People with Mental Illness Beacon, NY 4.12.2009
Matthias Herrmann, Magazzino, Grosseto 8.I.2010