ANOUK LAMM ANOUK
I miss the Place where I am from

 

Vernissage
21. November 2017  19 Uhr

Ausstellungsdauer
22. November - 21. Dezember 2017

Öffnungszeiten
Di–Fr, 13–18 Uhr & Sa, 11–15 Uhr

 

 

In alle Ewigkeit werde ich dich vermissen, obwohl ich dich nicht kenne, 2017, Acryl auf Leinwand, 200 x 300 cm

 

Mit 21 im 21er Haus. 2014 war sie die jüngste Künstlerin, die auf Einladung von Franz Graf im Rahmen seiner Werkschau Siehe was dich sieht im 21er Haus in Wien ausstellte. Neben Zeichnungen und fotografischen Arbeiten wurde Anouks erstes Objekt Lammraumdecke frei schwebend in Mitten des Museums präsentiert – eine Lamm-Silhouette; groß, träge, schwarz, geheimnisvoll.

Aktuell liegt Anouks Fokus auf der Malerei – eine farblich zurückgenommene, sphärische Gratwanderung zwischen Figuration und Abstraktion.

Zentrale Figuren ihres Schaffens sind Tierwesen – ikonografische Darstellungen der Unschuld, aber auch des Verlustes derselben. Reflektionsflächen für Weltschmerz und Heimatsuche – Ein Abwesen der Verhaftung in einem binären System. Abstrahierte Subjekte einer Auseinandersetzung mit biologischer Weiblichkeit, gleichgeschlechtlicher Liebe, Femininität, Androgynität, Identität.

 

    

residere remoratio / citra, 2017, Acryl auf Leinwand, 120 x 140 cm

I miss the Place where I am from, 2017, Acryl auf Leinwand, 200 x 150 cm

 

„I miss the place where I am from“ ist auf dem Kopf stehend auf einigen von Anouks großformatigen Arbeiten zu lesen, darüber ein Lamm, fallend, schwebend, schwimmend, verloren umgeben von ganz viel Raum der somit viel Interpretationsspielraum schafft. Ein Lamm, das noch lebensunfähig im Mutterleib schwimmen könnte. Grundsätzlich ist das ungeborene Leben präsent. Zumal als Ikone – groß und frei, zumal als einsäumender Diener anderer Motive.

Im Dschungel ihres Œuvres schließen sich bei eindringlichem Betrachten scheinbare Beiläufigkeiten zu ganzheitlich, synergetischen Gesamtstrukturen zusammen. Vielleicht ein Zeichen ihrer Verhaftung im Animismus und Zen-Buddhismus – der Allbeseeltheit.

Wenige Striche, viel Fläche, vielleicht ein Kaninchen, vielleicht ein Lamm, vielleicht etwas dazwischen. Man könnte fast meinen, die Tierformen dienen nur als Platzhalter für zwischenmenschliche Verbindungen. Oder sind sie vielmehr präziser und deutlicher in ihrer Entfremdung?

Die Immanenz spiegelt sich in wiederkehrenden Motiven und Strukturen.  „Im Ritual liegt das Potenzial der Veränderung und des Wachstums. Die Wiederholung führt zur Festigung und in dieser liegt wiederum das Liquide der Dinge – das Veränderliche und die Chance. So ist die Wiederholung das Fundament der Entwicklung und daher essenziell für mich. Das Leben besteht ausschließlich aus Wiederholungen, das Leben ist rituell. Atmen, schlafen, trinken, essen – wiederholen“ , sagt Anouk.  Kristian Achtsnith 2017